Sanierung von Gewerbeflächen im Zentrum von Bellinzona zu einen, innovativen Büroflächen
Dieses Projekt hat Gewerbeflächen in eine hochmoderne Arbeitsumgebung umgewandelt, die Platz für über 200 Mitarbeiter bietet. Der neue regionale Hub bietet moderne und flexible Arbeitsräume, die die Zusammenarbeit und Innovation fördern und den dynamischen Ansprüchen der Mitarbeitenden von AFRY gerecht werden.
Das Sanierungs- und Umbauprojekt des Centro Castello in Bellinzona war eine wichtige Gelegenheit zur Stadterneuerung, bei der ungenutzte Gewerbeflächen in moderne Büros für über 200 Mitarbeiter umgewandelt wurden. Der neue regionale Hub von AFRY im Tessin wurde für flexible Arbeitsweisen konzipiert und setzt auf offene Räume, gemeinsam genutzte Arbeitsplätze (Desk Sharing), Fokusbereiche, Kollaborationsbereiche, besonders grosse und kleine Besprechungsräume sowie Bereiche für ein geselliges Beisammensein.
Massgeschneiderte Räume zur Unterstützung einer modernen Arbeitsweise
Das neue Innenlayout wurde entsprechend den Arbeitsanforderungen neu konzipiert: Es wurde eine Mischung aus festen und gemeinsam genutzten Arbeitsplätzen geschaffen und eine neue Innentreppe integriert, um die beiden Hauptebenen miteinander zu verbinden. Besonderes Augenmerk wurde auf die Schallisolierung in den Gemeinschaftsbereichen und die Einbindung flexibler Elemente gelegt, um die Räume an zukünftige Anforderungen anpassen zu können.
Das Projekt wurde von Anfang an in enger Zusammenarbeit mit Anwendern und Stakeholdern entwickelt. Eine gründliche Analyse der Arbeitsweise, der Gewohnheiten, der Anwesenheit im Büro und der wichtigsten Arbeitsbereiche wurde durchgeführt. Entsprechend wurden die Anforderungen zu evaluiert und die Planung vorgenommen, um die gesetzten Ziele einer modernen Arbeitsumgebung zu erreichen.
Effiziente und nachhaltige Anlagen
Die Massnahmen umfassten eine komplette Erneuerung der Anlagen. Der klimatische Komfort wird durch Strahlungsdecken, kontrollierten Luftaustausch und eine automatische Regelung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit gewährleistet. Die Wärme- und Kälteerzeugung erfolgt über Grundwasser-Wärmepumpen unter Verwendung erneuerbarer Energiequellen. Jeder Raum kann unabhängig gesteuert werden, wodurch der Energieverbrauch optimiert wird.
Im Bereich der Elektrik wurden neue Stark- und Schwachstromanlagen, Sicherheitsanlagen (Not- und Panikbeleuchtung) und eine universelle Verkabelung für Telefonie, Daten und Multimedia-Systeme installiert.
Ein vollständig digitaler Prozess
AFRY hat einen vollständig digitalen Workflow eingeführt und nutzt dabei das Potenzial der BIM-Methodik, um die typischen Herausforderungen bei Sanierungen, insbesondere die fehlende Dokumentation des bestehenden Gebäudes, erfolgreich zu bewältigen:
- Scan-to-BIM: Mangels zuverlässiger Unterlagen zum bestehenden Gebäude wurde ein 3D-Laserscan der Räume durchgeführt und in nur 7 Tagen ein präzises digitales Modell erstellt, auf dem alle weiteren Planungsphasen basierten.
- Interdisziplinäre Modellierung: Das Projekt wurde mithilfe disziplinübergreifender BIM-Modelle entwickelt und koordiniert, wodurch die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fachbereichen (Architektur, Tragwerksplanung, Haustechnik) verbessert wurde.
- Cloud-basierte Zusammenarbeit: Autodesk Construction Cloud stellte eine gemeinsame Datenumgebung (CDE) bereit, in der Architekten und Ingenieure in Echtzeit zusammenarbeiten. Mittels des Austauschs aktueller Modelle konnten Fehler reduziert werden, da alle dieselbe Informationsquelle verwendeten.
- Nachhaltiges Einrichtungsmanagement: Das Team modellierte auch alle vorhandenen Einrichtungsgegenstände aus drei verschiedenen Standorten digital und konnte so 90% davon in der neuen Einrichtung wiederverwenden. Dadurch wurde der Ausschuss reduziert und der nachhaltige Ansatz angewendet.
- Digital Twin: Mit Autodesk Tandem wurde ein digitaler Zwilling des Gebäudes entwickelt, der zur Optimierung der Wartung, zur Überwachung des Anlagenverhaltens und zur Planung langfristiger Investitionen rund um das Gebäude dient.
Dank des integrierten digitalen Ansatzes vom Konzept bis zur Ausführung, konnte das Projekt in nur 12 Monaten abgeschlossen werden, wobei hohe Qualität, schnelle Lieferzeiten und ein nachhaltiges und innovatives Ergebnis gewährleistet wurden.
Ein Planungsmodell der Zukunft
AFRY war für die Gesamtleitung des Projekts, die Planung und die Bauleitung in allen Phasen des SIA-Prozesses verantwortlich. Von der ersten Studie bis zur Umsetzung wurde ein integrierter Ansatz auf der Grundlage des Multiraumkonzepts verfolgt, der heute ein Planungsmodell der Zukunft für die nachhaltige und digitale Umgestaltung von Arbeitsräumen darstellt.
Projektdaten
Kunde: Banque J. Safra Sarasin, Genf
Gesamtfläche Gebäude: 2.700 m2
Dienstleistungen: Koordination der Generalunternehmung, Nutzungsänderung von Gewerbefläche zu Büroräumen, Fehlende Bestandspläne, 3D-Scan des Gebäudes als Ausgangsbasis für die Planung, BIM-Planung aller Gewerke
Kompetenzen: Gesamtprojektleitung, Architektur, BIM-Koordination Bauingenieurwesen, HLKS- und Elektroinstallationstechnik, Bauphysik, Akustik, Lichtdesign, Brandschutz
Bearbeitungszeitraum: 2023–2024 mit engem Zeitplan (Planung und Umsetzung in 8 Monaten)
Investitionskosten: CHF 8 Mio.