AFRY Rotbuche

Der 33. Baum des Jahres: die Rot-Buche

13/09/2022

Der 33. Baum des Jahres: die Rot-Buche

Die Rot-Buche wurde für das Jahr 2022 zum Baum des Jahres gekürt. Erstmalig wird damit eine Art bereits zum zweiten Mal mit diesem Titel geehrt. Was macht diese Baumart so besonders?

Die Wahl zum Baum des Jahres

In Deutschland wird der Baum des Jahres seit 1989 am Anfang eines jeden Jahres durch eine Jury der Dr. Silvius Wodarz Stiftung ausgewählt, um den ökologischen Mehrwert der multifunktionalen Gewächse hervorzuheben. Im Jahre 2021 wurde die Stechpalme gewählt, im Jahr davor die Robinie. Die Rot-Buche sticht durch ihre diesjährige Wiederwahl hervor. In der Begründung heißt es, sie solle durch die Kürung zwei wichtige Botschaften vermitteln: die Bevölkerung vor den Folgen der Klimakrise warnen, aber auch Hoffnung auf eine klimatische Anpassung der Vegetation geben.

AFRY Rotbuche
©Rasmus Ritz, Nationalpark Hainich

Merkmale der Rot-Buche

Die Rot-Buche, wissenschaftlich Fagus sylvatica, ist in Deutschland die einzig heimische Buchenart, und wird deshalb umgangssprachlich auch nur Buche genannt. Mit einer Höhe von über 40 Metern, ihrer glatten, grauen Borke sowie den hellgrünen eiförmigen Blättern mit einem gewellten Blattrand ist sie gut von anderen Baumarten unterscheidbar. Zudem ist sie eine der häufigsten Arten in Deutschland und macht daher gut 14 % der Baumbestände (Fläche) aus.

Dies ist vor allem ihrem geringen Standortanspruch, ihrer Toleranz und Konkurrenzstärke zu verdanken. Durch ein zügiges stetiges Wachstum und ihr dichtes Blattwerk verschattet die Rot-Buche den Boden unter ihr, wodurch viele andere Baumart nicht mehr wachsen können. Dadurch ist sie in vielen Regionen Deutschlands und Mitteleuropas Hauptbestandteil der potenziellen natürlichen Vegetation, die sich ohne menschliches Zutun entwickeln würde, wie z. B. der Waldmeister-Buchenwald.

Vielseitiger Nutzen der Rot-Buche

Durch diese weite Verbreitung konnten sich neben den allgemeinen Funktionen eines Baumes, wie Wasser- und CO2-Speicherung, weitere spezielle Funktionen entwickeln – ökologisch und ökonomisch. Als Bestandteil des Waldes bietet sie zahlreichen Tier- und Pilzarten einen Lebensraum.

Diverse Vogelarten nisten bevorzugt in Buchenwäldern, während Käfer und Schmetterlinge die Buche als Aufenthalts- und Futtermöglichkeit nutzen.

Zudem sind einige Pilze auf die Buche spezialisiert und bieten so weitere speziellere Lebensräume.

Für den Menschen dient sie nach ihrer Fällung als Bauholzlieferant, zur Möbelherstellung und Energieerzeugung.

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©Rasmus Ritz, Nationalpark Hainich
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©Rasmus Ritz, Nationalpark Hainich

Herausforderung durch die Klimakrise

Die Rot-Buche hat somit in vielerlei Hinsicht eine hohe Bedeutung, jedoch gerät sie durch den mittlerweile wahrnehmbaren Klimawandel in eine neuartige Situation. Unter den bisherigen klimatischen Bedingungen in Mitteleuropa ist sie konkurrenzstark, da sie auf fast allen Böden gedeiht und lediglich besonders trockene und nasse Bedingungen meidet. Durch immer häufiger werdende Dürreperioden vermindert sich jedoch die Standortqualität, weshalb viele Rot-Buchen unter Stress geraten. Ein nicht ausreichend vorhandener Wasserspeicher im Boden macht sich zum Beispiel durch ein verfrühtes Verfärben der Blätter oder ein verlangsamtes Wachstum bemerkbar.

Auch wenn hierbei entscheidend ist, wie ausgeprägt die Wurzeln sind, stellten Forschende anhand von Modellen Wachstumsrückgänge zwischen 20 % und 50 % bis 2090 fest. Dies würde ein signifikanter Rückgang der Wälder in Deutschland bedeuten. Eine Anpassung kann jedoch durch den großen Genpool und Selektion der Rot-Buche erfolgen. Zudem wird der Rot-Buche von Forschenden eine besondere Anpassungsfähigkeit an Veränderungen zugeschrieben, sodass durch gezielte Waldumbaumaßnahmen mit passenden Individuen ein Erhalt der Buchenwälder in Deutschland möglich sein wird.

Schutz durch Maßnahmen in Genehmigungsunterlagen

Der Schutz von standortgerechten Baumbeständen ist ein nicht zu vernachlässigender Bestandteil der Umweltplanung. Eingriffe in Gehölze können somit beispielsweise durch eine Planungsalternative oder durch Tabuzonen mit Gehölzschutzzäunen verhindert bzw. zumindest vermindert werden.

Bei notwendigen Ausgleichsmaßnahmen wird durch die Verwendung von heimischen Gehölzen, wie der Rot-Buche, die Biodiversität gefördert.

In Zukunft werden angesichts der Klimakrise die Herkunft der Gehölze sowie die zu erwartenden Standorteigenschaften eine immer größere Rolle spielen – ein Thema, das durch unsere Mitarbeitenden zunehmend in den Planungen berücksichtigt wird.

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©Rasmus Ritz, Nationalpark Hainich

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Clarissa Mathieson - Co-Abteilungsleiterin Umweltplanung München

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