Woman tying shoelaces, white trainers, yellow jacket

Die Klimakonferenz in Glasgow – AFRY’s Einblicke vor Ort

07/12/2021

COP26 - KEEP 1.5 ALIVE

Klimaschutz und Klimaanpassung eine globale Notwendigkeit

Anfang November haben sich Entscheidungsträger der ganzen Welt in Glasgow für zehn Tage zusammengefunden, um die globalen Folgen des Klimawandels zu diskutieren und nationale Ziele und Aktionen zu definieren. Die Conference of Parties fand zum 26. Mal statt (COP26) und wird schon jetzt als eine der wichtigsten Ereignisse der Klimapolitik angesehen.

AFRY war in Glasgow beim COP26 mit dabei, und hat die Entscheidungen verfolgt, die die Politik und Wirtschaft der nächsten 10 Jahre stark prägen werden.

Recht schnell haben sich die teilnehmenden Nationen entschieden, die Pariser Klimaziele zu verschärfen, da der IPCC Bericht klar die drastischen Konsequenzen einer Erderwärmung von 2 Grad aufzeigt. Das neue Motto ist ´Keep 1.5 alive´!

Um die globale Temperaturerhöhung unter 1,5°C zu halten müssen globale Treibhausgasemissionen weltweit um mindestens 50 % bis 2030 reduziert werden und das Ziel von Net-Zero Emissionen bis 2050 durchgesetzt werden.

Dies sind ehrgeizige Ziele - um kurzfristig Resultate zu sehen, haben sich 100 Länder, einschließlich Deutschland, zu einem `Global Methane Pledge` entschlossen; die beteiligten Länder werden ihre kollektiven Methanemissionen bis 2030 um mindestens 30 % gegenüber 2020 senken. Methan hat einen höheren Treibhausgaseffekt, aber eine verhältnismäßige kurze atmosphärische Verweilzeit. Somit kann man mit einer globalen Methansenkung kurzfristig den Temperaturanstieg entschleunigen und sich langfristig auf CO2-Reduktionsmaßnahmen zu konzentrieren.

Eine dieser langfristigen Reduktionsmaßnahmen ist die Entscheidung, die Rodung von Wäldern bis 2030 zu stoppen und durch Aufforstung die weltweite CO2-Bindung zu erhöhen. 141 Länder mit insgesamt 90% der weltweiten Waldfläche haben sich zu diesem Ziel verpflichtet und 16.5 Milliarden Euro werden für dieses Vorhaben bereitgestellt.

Zudem haben sich Industrieländer dazu bereit erklärt, Entwicklungsländer jährlich mit 100 Milliarden US-Dollar zu unterstützen, um Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen durchzusetzen. Dies wurde in dem Climate Finance Delivery Plan festgelegt, den unter anderem der deutsche Staatssekretär Jochen Flasbart veröffentlicht hat.

Eine weitere Reduktionsmaßnahme ist der vereinbarten Kohleausstieg bis 2030 für Industrieländer und bis 2040 für Entwicklungsländer. 45 Länder haben sich zu diesem Ziel verpflichtet, unter anderem Deutschland. Jedoch haben sich einige verbrauchsstarke Länder, unter anderem China, Indien und die USA nicht zu dem ‘Phase Out’ sondern lediglich zu einem ‘Phase Down’ verpflichtet.

Banner displaying COP26 logo

Ein weiteres Diskussionsthema war der CO2-Handel und die CO2-Bepreisung. Die Regeln für die Bilanzierung und Übertragung von Emissions Reduction Credits werden momentan noch bearbeitet. Die EU hat jedoch den Gesetzesentwurf CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism) vorgestellt, um die internationale Verlagerung von CO2-Emissionsquellen zu vermeiden.

Einer der wichtigsten Entscheidungpunkte war das Ziel einer international standardisierten und verpflichtenden Klimaberichterstattung. Mehrere Länder, unter anderem Großbritannien, haben sich zu der Task Force for Climate-related Financial Disclosures (TCFD) verpflichted, währed die EU momentan an der Corporate Sustainability Reporting Directive für ein neues Berichtserstattungsformat arbeitet (CSRD). Die CSRD ist eine Erweiterung der NFRD (Non-Financial Reporting Directive) auf große oder börsennotierte Unternehmen, welche umfassendere Berichterstattung und externe Prüfung erfordert.

Insgesamt haben die zwei Wochen in Glasgow klar gezeigt, dass Klimaschutz und Klimaanpassung eine globale Notwendigkeit sind und dass zumindest der Großteil der Nationen dies anerkennen und die Absicht haben, die benötigten Maßnahmen durchzusetzen.

Unternehmen können sich daher auf weitflächige Anforderungen, strengere Berichtspflichten und Potentiale für Emissionsreduktionsmaßnahmen einstellen. Unsere Nachhaltigkeits- und Sektorexperten von AFRY können Ihnen helfen, sich auf diese regulatorischen und klimatischen Herausforderungen vorzubereiten, CO2-Bilanzierungen durchzuführen und eine klare Klimastrategie zu entwerfen.

In unserem Webinar 'Walk the Talk: CO2 calculation' werden die wichtigsten COP26 Entscheidungen nochmals zusammengefasst und unsere internationalen Fachexperten erklären momentane CO2-Berechnungsmethodiken und Klimastrategien.

Tablet

Walk the Talk: CO2 calculation

Erfahren Sie mehr über CO2 Berechnungsmethodiken und Klimastrategien

Kontakt für weitere Informationen

Saskia Gauld - Sustainability Consultant, Environment Germany

Saskia Gauld

Sustainability Consultant, Environment Germany

Saskia Gauld kontaktieren

AFRY verpflichtet sich, Ihre Daten zu schützen und Ihre persönlichen Informationen sicher aufzubewahren. Wir verarbeiten personenbezogene Daten in Übereinstimmung mit den geltenden Gesetzen, Vorschriften und unserer Datenschutzrichtlinie.

Über AFRY

AFRY ist ein führendes europäisches Unternehmen für Ingenieur-, Design- und Beratungsdienstleistungen mit globaler Präsenz. Den Wandel zu einer nachhaltigeren Gesellschaft bringen wir als Unternehmen voran.

Wir sind 16.000 engagierte Experten in den Bereichen Infrastruktur, Industrie, Energie und Digitalisierung, die nachhaltige Lösungen für kommende Generationen schaffen.

Making Future