Fehmarnsundquerung BIM Visualisierung

Fehmarnsundquerung

Anbindung des Schienenverkehrs an den Fehmarnbelt-Tunnel

AFRY hat für den Neubau der Fehmarnsundquerung, die die Insel Fehmarn mit dem deutschen Festland verbindet, die Vorplanung einer Variante - Neubau der kombinierten Brücke für Schiene und Straße - übernommen.  Zentraler Punkt bei den Vorplanungen und eines der wichtigsten Kriterien für die Entscheidung waren die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Dabei wurden verschiedene Leistungen mit der BIM-Methodik umgesetzt.

Auf Grundlage des 2008 zwischen Deutschland und Dänemark abgeschlossenen Staatsvertrags planen beide Staaten den Bau einer Festen Querung über den Fehmarnbelt (FBQ). Deutschlands Beitrag umfasst den Ausbau der Straßen- und Schienenanbindung auf deutscher Seite an die FBQ.

Die vorhandene, aus dem Jahr 1963 stammende kombinierte Straßen- und Eisenbahnbrücke über den Fehmarnsund verbindet mit einer Länge von insgesamt 963 m die Ostseeinsel Fehmarn mit dem Festland. Sie überführt auf einem gemeinsamen Querschnitt die eingleisige Eisenbahnstrecke 1100 als Bestandteil des Transeuropäischen Eisenbahnnetzes (TEN), die Bundesstraße B207/E47 mit zwei Fahrstreifen sowie einen Fußweg. Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz.

Die vorhandene Brücke wird den künftigen Anforderungen an einen modernen Schienenverkehr nicht mehr gerecht und ist als Ersatz neuzubauen. Dazu wurden die folgend dargestellten vier Konzepte vorplanerisch betrachtet.

  • Neubau einer kombinierten Brücke für Schiene und Straße
  • Neubau zweier getrennter Brücken
  • Neubau eines kombinierten Absenktunnels
  • Neubau eines Bohrtunnels mit mindestens vier Röhren

Alle Konzepte beinhalten eine zweigleisige HGV-Bahntrasse (ve=200 km/h), die vierspurige autobahnähnliche Bundesstraße B207 (RQ28), die zusätzliche Führung der langsamen Verkehre (RQ 9) sowie eine separate Fuß- und Radwegführung. Ebenfalls wurde in jedem Konzept der Erhalt der Bestandsbrücke für den Straßenverkehr mit untersucht. Zentraler Punkt bei den Vorplanungen und eines der wichtigsten Kriterien bei der Entscheidung war die Umweltverträglichkeit und die jeweiligen die Auswirkungen auf Menschen, Tiere, Pflanzen, die biologische Vielfalt, Boden, Wasser, Luft, Klima, Landschaft, Kulturgüter, sonstige Sachgüter sowie die Wechselwirkung zwischen diesen Schutzgütern.

Die AFRY Deutschland GmbH wurde mir der Vorplanung des ersten Konzepts – dem Neubau der kombinierten Brücke für Schiene und Straße – beauftragt. Im Zuge der Vorplanungen wurde eine Vielzahl von möglichen Trassen untersucht und mit verschiedenen Bauwerksvarianten kombiniert. Im Detail wurden folgende Bauwerke entwickelt:

  • 3-feldrige Bogen-Stahlfachwerkbrücke mit Verbundüberbau (140 m - 280 m - 140 m = 560 m)
  • 5-feldrige Schrägseilbrücke mit 2 Pylonen und Verbundüberbau (140 m - 210 m - 420 m - 210 m - 140 m = 1120 m)
  • 5-feldrige Schrägseilbrücke mit 2 Pylonen und Verbundüberbau (2*140 m - 420 m - 2*140 m = 980 m)
  • 3-feldrige Stahlfachwerk-Bogenbrücke mit Verbundüberbau (100 m - 260 m - 100 m = 460 m)
  • 5-feldrige hybride Schrägseil-/Hängebrücke mit 2 A-Pylonen und Verbundüberbau (140 m - 210 m - 2 * 420 m - 210 m - 140 m = 1540 m)

Ferner gehörten zum Planungsumfang verschiedene tunnelartige Überwerfungsbauwerke (Straße Schiene) auf der Insel- und Festlandseite, diverse Straßenüberführungen, eine Eisenbahnüberführung, Lärmschutzwände, Stützbauwerke sowie die Gestaltung von zwei komplexen Anschlussstellen an der B 207.

Parallel zur konventionellen Planung wurden verschiedene Leistungen mit der BIM-Methodik erprobt.

Weitere Informationen finden Sie unter www.anbindung-fbq.de

Dienstleistungen

Vorplanung Lph 1 - 2

  • Objekt- und Tragwerksplanung Brücken und weitere Ingenieurbauwerke
  • Objektplanung Verkehrsanlagen (Schiene, Straße, Langsamverkehr, Rad- und Fußwege)
  • Technische Ausrüstung (50Hz, WHZ, LST, OLA, ETCS)

Bearbeitungszeitraum

01/2017 – 08/2020

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Dr. Jens Unger

Abteilungsleiter Konstruktiver Ingenieurbau, Berlin